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Wo ist meine Energie geblieben?

Jeder Mensch hat genug Energie. Die Frage ist nur, wofür er sie einsetzt. 

Wir alle kennen diese Tage: Wir fühlen uns ausgepowert, geradezu plattgedrückt und eigentlich am Morgen schon wieder reif fürs Bett. – Wenn Du Deine letzte E-Mail des Tages um 23:59 Uhr schreibst und am nächsten Morgen um 6:00 Uhr bereits wieder der Wecker klingelt, ist offensichtlich, dass da verschwenderisch mit der eigenen Energie umgegangen wird. So klar ist das aber eher selten; meist fragen wir uns vielmehr, woran das bitte (schon wieder) liegt; uns fällt kein erkennbarer Grund ein, es scheint eigentlich alles in Ordnung zu sein.

Das Problem ist, dass sich die Energiefresser sehr oft unter der Oberfläche befinden, im Unsichtbaren und Unbewussten. Wir haben auf den Urlaub gesetzt und begreifen nicht, warum wir danach noch (fast) genauso durch sind wie vorher. Wir suchen schlichtweg an der falschen Stelle nach den Energieräubern und können sie so freilich nicht finden – was nicht heißen soll, dass genug Urlaub nicht wichtig wäre. Ausreichend Regeneration ist unabdingbar für ein gesundes Leben. Nur bringt das nicht viel, wenn in uns die Energievampire weiterhin aktiv sind. Ein klassisches Beispiel ist das Nicht-Abschalten-Können nach Feierabend. 
Die Ursachen für diesen unterschwelligen Energieverlust aufzudecken, ist auch darum so schwierig, weil in der Regel mehrere Faktoren zusammenwirken. Es mag sich vielleicht belehrend anhören, doch heutzutage verschwenden wir, meist ohne es zu bemerken, eine Menge Zeit – und Energie – in der digitalen Welt. Manche Menschen scheinen in jeder freien Minute nach ihrem Smartphone zu greifen.

Die spezielle Eigenart dieser bösen kleinen Energiefresser besteht darin, dass sie sich sehr gut verstecken können; sie können richtige Chamäleons sein. Und das in doppelter Weise: Sie verbergen sich nicht nur vor uns, vielmehr verstecken wir sie zugleich selbst vor uns, weil sie oft mit dem verbunden sind, was sehr unangenehm ist und weh tut. 

Besonders fatal ist, dass das Wegschauen, das Unterdrücken oft die meiste Energie kostet, als würden wir uns 24 Stunden am Tag anstrengen, den Deckel auf ein Gefäß zu drücken, das kurz vor dem Explodieren ist. Vielleicht wollen wir nicht wahrhaben, dass unsere Beziehung zu Ende ist, reden sie uns schön und leiden innerlich jeden Tag darunter. Vielleicht ist es der Job. Vielleicht ein dummer Streit oder ein Ereignis in der Vergangenheit, das wir einfach nicht loslassen können. Es können auch unsere Schattenseiten sein, die wir an uns nicht mögen und mit aller Kraft vor der Welt zu verheimlichen suchen. Oder etwas anderes. Um dem auf die Schliche zu kommen, braucht es vor allem zwei Dinge: Mut und Ehrlichkeit gegenüber sich selbst.

Geh Deinen Energie-Vampiren auf den Grund und versuche Dir ehrlich die folgende Frage zu beantworten: 

Was kostet mich meiner Meinung nach (im Moment) die meiste Energie?

Bleibe dabei nicht bei dem stehen, was Dir spontan einfällt, sondern versuche tiefer zu gehen. Frage Dich immer wieder: Was könnte da noch sein? Durchleuchte Deinen Alltag, Deine Gewohnheiten, Deine Beziehungen.
Versuche Dich außerdem im Alltag zu beobachten: Mit welcher Energie wachst Du morgens auf? Wie fühlst Du Dich, wenn Du schlafen gehst? Hast Du über den Tag immer wieder Energieeinbrüche?

Du hast eine konkrete Frage zu diesem Thema oder Dir brennt etwas anderes in den Fingern? – Dann zögere nicht, Dich bei uns zu melden!

Ich freue mich, von Dir zu lesen!

Herzlich, Ariane Wohner

11. April 2022

Und falls Du dem näher auf den Grund gehen willst: In unserem persönlichen Coachingprozess „Selbst-bestimmt statt fremdbestimmt“ gibt es mit dem „Energie-Check“ ein eigenes Modul zu diesem Thema.

Warum will ich mich nicht verändern?

Warum fällt uns Veränderung so schwer? Warum tendieren wir dazu, immer alles so zu lassen, wie es ist, anstatt neue Sachen auszuprobieren, Entschei­dungen zu treffen, die einen Wandel nach sich ziehen, oder einfach mal etwas zu tun, das wir noch nie getan haben?

Die Antwort ist ganz simpel: Wenn wir alles machen wie bisher, wenn wir in dem bleiben, was man „Komfort­zone“ nennt, kann uns (scheinbar) nichts passieren, alles ist vertraut, nichts unbekannt. Mehr noch: Versuchen wir es gar nicht erst, können wir nicht scheitern. Wir schämen uns quasi schon im Voraus für das, was wir nicht geschafft haben werden – also lassen wir es lieber gleich. Oder wir verschieben das Projekt unter der Überschrift „Wenn …, dann …“ auf unbestimmte Zeit. Tritt das „Wenn“ nicht ein, ist es nicht unsere Schuld, dass wir uns nicht vom Fleck bewegt haben. 

Menschen neigen ganz allgemein dazu, das zu vermeiden, was unangenehm, anstrengend, schmerzhaft ist – oder sein könnte. Sein könnte! Denn oft sind die Dinge in unserer Vorstellung sehr viel schlimmer als in der Wirklichkeit – das betrifft nicht zuletzt das Thema Veränderung. Manches wird nämlich erst in unserer Phantasie schrecklich oder bedrohlich. Wir leiden nicht an der Realität oder unseren anstehenden Aufgaben, sondern an unseren Vorstellungen darüber. Wir gehen der Veränderung nur aufgrund unserer Gedanken­konstrukte aus dem Weg.

Eine Gefahr besteht außerdem darin, dass wir, selbst wenn wir wissen, wo wir hinwollen und was wir dafür tun müssten, die Veränderung am Ende doch nicht wagen, weil wir Angst vor den möglichen Reaktionen der anderen haben – natürlich ein weiteres Produkt unseres Kopfes. Dann tauchen Gedanken und Fragen auf wie: Die kennen mich ja nur so. Wenn ich jetzt plötzlich XYZ tue, halten sie mich bestimmt für egoistisch. Vielleicht verliere ich sogar Freunde? Oder mein Partner verlässt mich, weil er nicht mit meinem neuen Ich zurecht­kommt? 

Die Angst vor dem Neuen, das Vermeiden von Veränderung kann dazu führen, in einer einzigen Wiederholungs­schleife zu leben, in der wir uns allerdings relativ wohlfühlen. – Denn so haben wir scheinbar alles unter Kontrolle. Denken wir an Veränderung, fühlen wir uns hingegen verunsichert, hilflos oder gar ausgeliefert. Und fahren die Kontrollprogramme darum noch mehr hoch. Wir scheuen uns vor Veränderungen jeglicher Art und lassen alles beim Alten. Wir warten darauf, dass andere uns die Entscheidung abnehmen oder optimieren lieber das, was wir haben, anstatt uns voller Neugierde ins Leben fallen zu lassen. Besonders tragisch ist, dass viele Menschen nicht einmal dann etwas verändern, wenn sie mit ihrer Ist-Situation unglücklich sind. – Das Festhalten an längst kaputten Beziehungen ist hierfür das wohl bekannteste Beispiel.

Ja, wir alle lieben unsere Gewohnheiten, wollen die Kontrolle haben, fühlen uns vor allem im Vertrauten und Bekannten wohl. Selbst dann, wenn es uns eigentlich nicht gut damit geht, bleiben wir in besagter Komfortzone. Das Fremde, das Unbekannte dagegen macht uns Angst. Das Unbekannte ist wohl eine der größten Ängste des Menschen – sogar positive Veränderungen machen uns Angst! Das ist verständlich und menschlich, schließlich wissen wir nicht, was uns erwartet und ob wir dem gewachsen sein werden. Das Unbekannte ist das, worüber der Mensch keine Kontrolle hat, das, womit er nicht umzugehen weiß (oder glaubt, nicht umgehen zu können). Das Unbekannte ist das, was ihm etwas abverlangen könnte, das er noch nie zuvor gemacht hat, das erfordert, einen völlig neuen Weg einzuschlagen.

Das ist an sich gar nicht so schlimm – Gewohnheiten und Komfortzonen sind sogar wichtig, wir brauchen sie für unser Wohlbefinden, unser Gleichgewicht, unsere Sicherheit. Bewegen wir uns aber nie darüber hinaus, leben wir am Leben vorbei. Ist jeder Tag nur eine Reproduktion des vorherigen, versäumen wir das Leben, wir vergeuden es, werfen die Kostbarkeit der Gegenwart weg, versperren uns Spontaneität, Leichtigkeit und Lebendigkeit. Wir nehmen uns die Chance auf ein Leben in echter Fülle und Freiheit, ein Leben, in dem wir Neues entdecken und uns weiterentwickeln. 

Ja, Veränderung macht Angst. Veränderung bedeutet oftmals gegen den Strom zu schwimmen, in eine andere Richtung zu laufen als der Rest. Auch deshalb braucht Veränderung Mut. – Doch dieser Mut lohnt sich, denn (nur) Veränderung ist Leben. 

Stelle Dir zum Thema Veränderung einmal die folgenden Reflexionsfragen:

Was tue ich konkret für meine Weiterentwicklung? bzw. Was könnte ich ab heute dafür tun?

Was brauche ich, damit es mir gut geht? und: Was muss ich möglicherweise in meinem Leben verändern, damit es mir (wieder) gut geht?

Herausforderung oder Katastrophe?Wie reagiere ich, wenn etwas Unvorherge­sehenes passiert? Gerate ich in Stress, Angst oder gar Panik? Oder kann ich mich schnell auf die Veränderung einstellen und neue Handlungsstrategien entwickeln?

Hänge ich emotional noch immer an einem vergangenen Ereignis fest? Gibt es etwas, wofür ich mir (oder jemand anderem) noch nicht verziehen habe? Was möchte ich konkret tun, um mich dem zu stellen und es loszulassen?

Du hast eine Frage oder Rückmeldung zu diesem Thema? – Dann zögere nicht, Dich bei uns zu melden!

Ich freue mich, von Dir zu lesen!

Herzlich, Ariane Wohner

27. April 2022

Und falls Du dem näher auf den Grund gehen willst: In unserem persönlichen Coachingprozess „Selbst-bestimmt statt fremdbestimmt“ gibt es mit „Loslassen oder Festhalten? – Der Umgang mit Veränderung“ ein eigenes Modul zu diesem Thema.

Ein Leben als Roboter

Wir haben den Eindruck, dass immer mehr Menschen wie ferngesteuerte Roboter durch die Gegend rennen. Menschen tun vor allem das, wovon sie glauben, die anderen oder die Gesellschaft würden es von ihnen erwarten; und sie erfolgreicher und beliebter werden. Die Frage „Was will ich wirklich für mich, jenseits gesellschaftlicher Maßstäbe oder Erwartungen anderer?“ hat man sich schon lange, vielleicht niemals gestellt. 

In Bus und Bahn sind diejenigen, die nicht gebannt auf ihr Smartphone starren und/oder Stöpsel in den Ohren haben, die Minderheit. – Dabei ist das nur die Zwischen-Zeit. In der Arbeitszeit hetzt man von einem Termin – oder Zoom-Meeting – zum anderen. Parallel stapeln sich die zu erledigenden Aufgaben auf dem Schreibtisch und das E-Mail-Postfach quillt über; das Handy piept und klingelt – und auf alles will reagiert werden. – Nach dem Abendessen geht es dann mit der Tageschau, mit Netflix und dergleichen weiter. Wir stehen im Alltag unter Dauer­beschuss. Nein, wir setzen uns diesem aus und meinen zugleich, uns dem nicht entziehen zu können. Wir haben keine Wahl – oder doch? 

Den ganzen Tag haben wir das Gefühl, immer mit allem hinterher zu sein. Das Leben ist eine einzige Aneinanderreihung verschiedener „Ich muss“ – von „Ich will“ oder „Ich entscheide mich“ keine Spur. Sicher, es gibt im Arbeitsalltag Dinge, die dringend erledigt werden müssen, Termine und Fristen, die ein­zuhalten sind. Doch auch diese sind oftmals nicht einfach nur ein Ergebnis von Aufschieberitis, sondern von Fremd­bestimmung. Sie sind nur deshalb so dringend geworden, weil wir nicht recht­zeitig selbst über unsere Aufgaben und unsere Zeit bestimmt haben. Deshalb bestimmen Aufgaben und Zeit schließlich über uns. Was das Beantworten von E-Mails oder WhatsApp-Nachrichten anbelangt: Hier haben wir sowieso immer die Wahl, immer die Möglichkeit, selbst zu ent­scheiden, wann und wie wir reagieren wollen. Wir glauben nur, wir müssten das sofort erledigen, weil der andere ja darauf wartet. Richtig, das ist Fremd­bestimmung! 

Allerdings ist das noch längst nicht alles. Neben den Dingen, die uns beruflich oder privat (persönlich) betreffen, kommen noch solche hinzu, die uns eigentlich wenig bis gar nichts angehen und die wir nur zu unseren eigenen Angelegenheiten machen, indem wir uns permanent damit beschäftigen. Wir lassen etwas, das mit uns überhaupt nichts zu tun hat – und auf das wir keinerlei Einfluss haben –, darüber bestimmen, wie wir uns fühlen, wie wir denken und handeln. Gemeint ist der Umgang mit Social Media und dem Konsum von Nachrichten jeglicher Form, ob das nun die Tageszeitung oder das Heute-Journal ist. Niemals zuvor ist das wohl so deutlich geworden wie in den vergangenen beiden Jahren. Wir fühlen uns dem, was um uns und in der Welt geschieht, hilflos ausgeliefert und übersehen, dass wir stets die Wahl haben, ob wir bei uns bleiben oder uns von pausenlosen Meldungen und Dingen, die wir nicht beeinflussen können, fernsteuern und beunruhigen lassen. 

Das Fatale an der Fremdbestimmung ist außerdem: Sie führt (fast unbemerkt) zu einem Leben im Dauer-Stress. Gestresst zu sein, ist beinahe schon so selbstver­ständlich wie Atmen. Wir bemerken es nicht mehr. Nur endet solch chronischer Stress langfristig immer in psychischen und/oder physischen Krankheiten.

Oft warten wir darauf, dass sich im Außen etwas ändert – dann wird der Stress schon weniger werden. – Das Gegenteil ist der Fall. Die Entwicklung zeigt, dass die Fremdbeeinflussung in jeder Hinsicht nur weiter zunehmen wird. Für unsere Gesundheit und für ein Leben mit echter Lebens­qualität können nur wir allein etwas tun. Wir müssen uns bewusst dafür entscheiden. 

Sei also ehrlich zu Dir selbst und durchleuchte Deine Alltagsgewohnheiten:

Wie gehe ich mit E-Mails, WhatsApp-Nachrichten etc. um? Liegt mein Smartphone in Reichweite? Ist es auf laut gestellt oder nicht? Ist das E-Mail-Postfach stets geöffnet oder habe ich dafür feste Zeitfenster eingeplant?

Wie oft konsumiere ich Social Media und Nachrichten jeglicher Art? – Wie sehr beschäftigen mich diese Informationen im Alltag?

Aktiv oder passiv: Wie stark lasse ich mich von äußeren Einflussfaktoren oder Rahmenbedingungen dominieren? Anders herum gefragt: Wie gut gelingt es mir, selbst die Verantwortung für mein Denken und Handeln zu übernehmen? 

Du hast eine konkrete Frage zu diesem Thema oder möchtest einfach etwas loswerden? – Dann zögere nicht, Dich bei uns zu melden!

Ich freue mich, von Dir zu lesen!

Herzlich, Ariane Wohner

16. Mai 2022

Und falls Du dem näher auf den Grund gehen willst: In unserem persönlichen Coachingprozess „Selbst-bestimmt statt fremdbestimmt“ geht es genau um dieses Thema: Wir helfen Dir dabei, aus der Falle der Fremdbestimmung auszubrechen und zu einem gesunden, selbst-bestimmten Leben zu gelangen.

Was will ich eigentlich – für mich?

Vielleicht hast Du unseren Blog zum Thema Veränderung gelesen, bist ins Grübeln geraten, weißt jedoch nicht, wie Du da in Deinem Leben weiterkommen sollst.

Weil wir in der Regel in unserem Alltagstrott gefangen sind, machen wir uns kaum bis gar keine Gedanken darüber, etwas zu verändern, solange es uns ganz gut geht. Der Leidensdruck muss schon verdammt groß werden, ehe wir es wagen, aus den gewohnten Bahnen auszubrechen.

Allerdings stecken wir nicht einfach nur im Alltag fest, sondern wir wissen gleichzeitig gar nicht mehr, wohin wir blicken sollen. Über Medien jeder Art werden wir mit unzähligen Optionen bombar­diert, die uns Glück versprechen. Hart gesagt: Ein wesentliches Kennzeichen unserer Gegenwart ist die Massen­­beeinflussung, die Fremdbestimmung. Und so folgen wir dem, womit wir von außen beschossen werden, anstatt in uns hineinzuhören und unser Leben an dem auszurichten, was wir wirklich wollen und brauchen. Oder wir warten, dass die Veränderung von außen kommt, sind in Gedanken permanent bei Dingen, auf die wir keinen Einfluss haben.

Gerade dies, gerade eine eigene Vision hilft indessen dabei, sich dem (medialen) Sog zu entziehen und sich wieder auf sich selbst zu konzentrieren. Nur ist das alles andere als leicht. Ganz im Gegenteil, sich dem zu entziehen und einen eigenen, selbst-bestimmten Weg zu gehen, erfordert enorm viel Mut, weil es bedeutet, gegen den Schwarm zu fliegen, ein Leben zu leben, das nicht dem entspricht, was von der Masse vorgegeben wird. Es bedeutet, ein Leben zu leben, das sich nicht daran orientiert, ob es geteilt und gelikt werden kann; sich stattdessen am eigenen Wohlbefinden zu orientieren, nicht an den Erwartungen anderer.

Menschen setzen sich oft große Ziele, z.B. einen bestimmten Arbeitsplatz, Heirat, Kinder, vielleicht noch ein eigenes Haus. Dann ist man ca. vierzig Jahre alt – und hat alles erreicht, was man sich vorgenommen hat. – Was nun? Die meisten Menschen stagnieren, entwickeln sich nicht weiter, verschwenden ihre Lebenszeit und bereiten zudem, was das besonders Schlimme daran ist, auch ihrer Degeneration den Weg – bis auf einmal die Rente das nächste Groß-Ziel geworden ist.

Für uns bedeutet Vision nicht, sich zu überlegen, wo man in fünf oder zehn Jahren sein will. – Für uns beginnt Vision immer jetzt. Es geht um die Frage: Wo stehe ich, wie geht es mir damit und was soll sich gegenüber dieser Ist-Situation verändern?

Es geht um die Gegenwart. Wie wir nur in der Gegenwart atmen können, ist das mit allem anderen – nur in Gedanken können wir in Vergangenheit oder Zukunft sein. Und es geht um den eigenen Einflussbereich, darum, Verantwortung für das eigene Leben und Wohlergehen zu übernehmen. Selbst bei langfristigen Zielen lautet die Frage: Kann ich jetzt etwas dafür tun? Und was genau ist das? Was immer wir erreichen wollen, die jeweiligen Schritte können wir nur im Heute machen.

Groß und unbe­wältigbar erscheinen die Dinge nur in ihrer Gesamtheit. Bleiben wir in der Gegenwart und konzentrieren wir uns auf das, was wir JETZT tun können, gibt es kein zu groß oder nicht zu bewältigen. Es gibt immer nur den nächsten Schritt.

Hier liegt auch das Geheimnis hinter der Vision bzw. der Gewinn, den sie mit sich bringt: Sie führt weg vom permanenten Leistungsdenken und -streben. Eine Falle, in die viele von uns tappen, besteht nämlich darin, dass unter einer Vision schlicht etwas Falsches verstanden wird: Es wird ein Ziel ausgerufen das man im Anschluss daran (um jeden Preis) zu erreichen sucht. Der Weg selbst gerät dabei zusehends aus dem Blick (sollte er überhaupt je gesehen worden sein).

Natürlich ist es wichtig, Ziele zu haben und auch etwas anzustreben. – Doch welchen Wert hat ein Ziel, wenn dabei der Weg vergessen wird, wenn dem gegenwärtigen Tag keine Beachtung geschenkt wird? Was bleibt dann noch übrig, das es verdient hätte, „Leben“ genannt zu werden? Welchen Sinn hat es, auf eine Zukunft zuzurennen, von der man nicht wissen kann, wie sie aussehen wird, statt sich darum zu kümmern, wie es einem gegenwärtig geht?

Tatsäch­lich ist nur eines wichtig: Das Leben jeden Tag nach dem eigenen Wohlbefinden auszurichten. Von diesem Grundsatz sollte jede Vision ausgehen. Die Ausgangsfrage lautet letztlich: Wie will ich mich fühlen? – Alles andere, das, was man normalerweise für Ziele hält, sind Strategien.

Weil es oft nur vermeintliche gesellschaftliche Regeln und Maßstäbe sind, die uns hieran hindern, kann ein erster Schritt sein, sich das eigene Leben unabhängig von den anderen vorzustellen. Spinne also, um den Horizont ein wenig auszudehnen und erste Ideen für Deine Vision zu sammeln, mal etwas herum und beantworte, die folgenden Fragen:

Was würde ich machen, wie würde ich leben, wenn es niemanden gäbe, der mein Tun bewertet?

Welche Ziele würde ich anstreben, wenn es keine Grenzen gäbe, wenn alles möglich wäre?

Du hast eine konkrete Frage zu diesem Thema oder möchtest etwas anderes loswerden? – Dann zögere nicht, Dich bei uns zu melden!

Ich freue mich, von Dir zu lesen!

Herzlich, Ariane Wohne

31. Mai 2022

E-Mail: ariane@wohner-coaching.de – Telefon/WhatsApp: 0160 93855826

Und falls Du dem näher auf den Grund gehen willst: In unserem persönlichen Coachingprozess „Selbst-bestimmt statt fremdbestimmt spielt das Thema Vision eine ganz zentrale Rolle.

 

(Über-)Kompensation oder: Der (unstillbare) Hunger nach Lebendigkeit

Es ist kein Geheimnis: Die Be- oder vielmehr Überlastung nimmt immer weiter zu. Multitasking, Beschleunigung, permanente Verfügbarkeit. Alles muss schneller gehen, effizienter, alles muss optimiert werden – wir selbst müssen optimiert werden. Das gesamte Leben wird geplant wie ein Unternehmen. Wir kommen nicht mehr nach; wir wissen, dass wir nicht mehr nachkommen – und versuchen es trotzdem. Der Lohn, den wir am Ende dafür erhalten, ist das Gefühl, versagt zu haben, alldem nicht (mehr) gewachsen zu sein. Denn es gibt nur zwei Optionen: Entweder wir funktionieren oder wir versagen. Anders gesagt: Wir gehen mit uns um wie mit Maschinen, die eben auch entweder laufen oder kaputt sind. Weil wir aber Menschen sind, werden wir bei einer solchen Lebensweise früher oder später physisch und/oder psychisch krank. Ein Burn-Out wird beinahe schon wie ein Statusmerkmal, wie ein Orden getragen, beweist er schließlich, wie sehr wir uns zuvor angestrengt haben.

Ehe es so weit ist, versuchen wir unsere Unzufriedenheit zu kompensieren, uns so lange, wie nur irgend möglich vorzugaukeln, dass wir alles im Griff haben. Das ist gar nicht so schwer. Denn wir sind nicht nur eine Leistungsgesellschaft; wir leben zudem in einer Welt, in der es von unzähligen Kompensationsangeboten nur so wimmelt. Pausenlos werden wir mit Angeboten beschossen, die uns Glück versprechen – einfaches Glück, für das wir nichts weiter tun müssen als eine Bestellung aufzugeben. Damit es uns besser geht, scheinen wir nur den „Jetzt kaufen“-Button drücken zu müssen. Wir können es kaum erwarten, bis die zwei Jahre rum sind, damit wir uns ein neues Smartphone holen können; oder das Leasing des Autos, um mit einem neuen Wagen und noch mehr PS vorfahren zu können. Weil das aber nichts hilft, kaufen und konsumieren wir zwischendurch in jedem erdenklichen Bereich. Doch das tollste Auto wird nichts helfen, kann die innere Leere nicht füllen, den eigenen Schatten kann man damit nicht davonfahren – für langfristiges Wohlbefinden muss man sich ihnen und dem stellen, was man mit all den Produkten zu füllen, zu überdecken und zu verdrängen versucht.

Das heißt nicht, dass manche Dinge nicht Freude machen können. Dennoch möchte ich Dir eine kleine Übung vorschlagen. Bevor du das nächste Mal auf „Kaufen“ klickst, halte inne, warte ein paar Tage und stelle Dir folgende Fragen:

Brauche ich das wirklich und warum will ich es haben? Was verspreche ich mir davon? Was fühle ich bei der Vorstellung, wenn ich XYZ besitze? Was würde es verändern?

Tatsächlich verbirgt sich hinter Konsum oftmals (Über-)Kompensation. Konsum, dazu kann man natürlich bspw. auch Alkohol zählen, ist nur eine Strategie, mit der wir unerfüllte Bedürfnisse zu befriedigen versuchen. Das Problem dabei ist, dass wir oft die falschen Strategien wählen, mit denen wir unsere Bedürfnisse nur kurzzeitig – oder überhaupt nicht – zu stillen vermögen. Im Falle des Alkohols kann es sein, dass wir uns nach Lebendigkeit oder Entspannung sehnen. Diese können sich kurzfristig durchaus einstellen. Langfristig fühlen wir uns leer(er).

Mit anderen Worten: Wenn Du zum Glas Wein greifst oder die nächste Amazon-Bestellung abschickst, solltest Du Dir die Frage stellen: WAS brauche ich WIRKLICH?

Wir bilden uns zwar viel auf unseren Verstand ein, wenn es indessen um das geht, was wir wirklich brauchen, steht er uns im Weg. Tiere leiden darum nicht unter vielen menschlichen Krankheiten, weil sie im Einklang mit ihren Bedürfnissen und Gefühlen leben. Nur wir glauben die Natur mit unserem tollen Verstand überlisten zu können und schaden uns damit Tag für Tag. Ist ein Tier krank, ruht es sich aus. Wir ignorieren das, wir müssen ja … Unser Körper weiß ebenso gut, was wir tatsächlich brauchen, wie der eines Tieres. Es ist unser Kopf, der Widerstand leistet und uns weiter antreibt.

Irgendwann zahlt jeder den Preis für diesen Verschleiß. Freilich endet nicht jedes Leben im Leistungsgetriebe in Depression oder Burn-out. Es kann auch etwas anderes sein, doch langfristig wird sich der Körper rächen und uns ausbremsen, wenn wir seine Signale nicht wahrnehmen (wollen). Meist wirken psychische und körperliche Faktoren bei einer Krankheit zusammen. Physische Krankheiten sind zugleich psychische Krankheiten. Der einzige Ausweg aus diesem Dilemma besteht darin, das eigene Leben an dem auszurichten, was wir wirklich brauchen, auf die Signale des Körpers zu hören und (wieder) zu lernen, in uns hineinzuhören und hineinzuspüren.

Versuche Dich in den kommenden Wochen einmal selbst zu beobachten:

Wenn Du bemerkst, dass Deine Energie im Keller ist, Dein Kopf raucht und Du dringend eine Pause brauchst: Welche Gedanken tauchen auf? Welche Gefühle machen sich bemerkbar? Und was tust Du dann (bzw. willst Du tun)?

Du hast eine konkrete Frage zu diesem Thema oder Du möchtest einfach etwas loswerden? – Dann zögere nicht, Dich bei uns zu melden!


Ich freue mich, von Dir zu lesen!

Herzlich, Ariane Wohner

21.06.20222

E-Mail: ariane@wohner-coaching.de – Telefon/WhatsApp: 0160 93855826

Und falls Du dem näher auf den Grund gehen willst: In unserem persönlichen Coachingprozess „Selbst-bestimmt statt fremdbestimmt“ gibt es mit „Meine Antriebe, Motive, Bedürfnisse und Gefühle“ ein eigenes Modul zu diesem Thema.

 

Antriebsmotor Anerkennung

Unser Handeln hat stets einen Grund. Doch nicht immer ist uns dieser auch bewusst. Vieles tun wir aus Gewohnheit, ohne darüber nachzudenken. Sehr oft irren wir uns allerdings und das, was wir für den (Hinter-)Grund unseres Tuns halten, ist nicht der eigentliche Antrieb. So kann es z.B. passieren, dass wir Dinge tun, von denen wir glauben, sie für jemand anderen zu tun, während wir sie in Wirklichkeit allein der Anerkennung wegen machen, die wir dafür erhalten, oder um anderen/uns selbst etwas zu beweisen.

Tatsächlich ist das nicht einmal so selten, denn Anerkennung ist einer der häufigsten Antriebe des Menschen. Und grundsätzlich ist daran überhaupt nichts falsch. Anerkennung ist ein wichtiges menschliches Bedürfnis. Das Bedürfnis nach Anerkennung ist sogar evolutionär bedingt. Und es ist von Geburt an lebensnotwendig, dass wir von anderen angenommen werden – wir würden sonst nicht einmal überleben! Das Problem ist, dass Kinder sehr schnell lernen, wofür sie Anerkennung erhalten und wofür nicht, sich dement­sprechend anpassen – und dies im Erwachsenalter, ohne sich darüber im Klaren zu sein, einfach beibehalten. Überhaupt stammt der Großteil unserer Verhaltensweisen und „Programme“ aus der Kindheit. Wir mögen im Körper eines oder einer 40- oder 50-Jährigen stecken – und reagieren wie das 4- oder 5-jährige Kind von einst. (Darauf werden wir in einem späteren Blog zurückkommen.)

Von anderen anerkannt zu werden, ist, um es kurz zu machen, Teil der menschlichen Identität. Schädlich wird es erst, wenn Anerkennung der Hauptmotor hinter unserem Handeln wird. Dann kann Anerkennung regelrecht zur Sucht werden. Bekommen wir im Beruf keine Anerkennung mehr, nehmen wir eben einen Posten in irgendeinem Aufsichtsrat an; ist das zur Normalität geworden, suchen wir das nächste Amt, das uns viel Zeit und Energie kosten wird und für das wir sonst nichts weiter bekommen – außer einer vergänglichen, aber herrlich schmeckenden Sache: dem süßen Geschmack der Anerkennung. Es ist wie eine Droge, deren Dosis immer weiter erhöht werden muss. Am Ende reiben wir uns auf. Denn der Kampf um Anerkennung kostet extrem viel Energie. Willst Du es pausenlos allen recht machen, sagst zu jedem Termin und zu jeder Anfrage eines Kunden Ja, bleibst Du dabei früher oder später selbst auf der Strecke. Du fühlst Dich schlapp und ausgebrannt, spürst ganz deutlich das Bedürfnis nach Ruhe – und verdrängst es, weil die Zahnräder Deiner Anerkennungsmaschine niemals stillstehen. 

Gibt es neben der Sucht nach Anerkennung keinen anderen – keinen echten – Antrieb, ist ein Gespräch wie das folgende leider keine Seltenheit:

„Und wie lange hast du es noch bis zur Rente?“

„Knapp drei Jahre.“

„Na, das schaffst du auch noch!“

Sicherlich hast Du Ähnliches schon häufig gehört – oder Du hattest selbst derartige Gedanken. So banal und selbstverständlich diese Sätze klingen mögen, sind sie sehr erschreckend: Sie offenbaren eine grundsätzliche Fehl­program­mie­rung – oder besteht der Sinn des Lebens etwa darin, die Berufs­jahre irgendwie rumzubekommen und dann endlich in den wohlverdienten Ruhestand gehen zu können? Und danach: Wenn Du nicht mehr arbeiten musst, warum morgens überhaupt noch aufstehen?

Zum Zweiten legen solche Gedanken die unangenehme Wahrheit bloß, dass das eigene Tun als sinnlos empfunden wird. Wäre der Beruf erfüllend – warum die Jahre bis zur Rente nicht bloß zählen, sondern geradezu herbei­sehnen?

Sich solcher Programme bzw. der wahren Antriebe hinter dem eigenen Handeln bewusst zu werden, kann sehr schmerzhaft sein, ist jedoch der erste Schritt zur Veränderung. Ohne diese Klarheit kann, falls wir trotz sämtlicher Bemühungen nicht bekommen, was wir anstreben, daraus ein langer, zermür­bender und im schlimmsten Falle gesundheits­schädigender Kampf werden. Indem wir indes die Ursachen in unsere Wahr­nehmung zurückholen, sind wir ihnen nicht länger ohnmächtig ausgeliefert, sondern in der Lage, aktiv daran zu arbeiten, gesund zu bleiben (oder es wieder zu werden).

Beantworte für Dich zum Thema Anerkennung ehrlich die folgenden Fragen:

Was würde ich anders machen, wenn mir die Anerkennung im Bereich …………………. nicht so wichtig wäre? Inwiefern würde ich mich anders verhalten? Oder: Was würde ich anders machen, wenn ich weniger Angst vor Ablehnung hätte?

Wie oft versuche ich anderen (oder mir selbst) etwas zu beweisen? Würde ich noch genauso handeln, wenn dieser Antrieb wegfiele?

Was motiviert mich in meinem Leben? Was treibt mich wirklich an?

 

Du hast eine konkrete Frage zu diesem Thema oder Dir brennt etwas anderes in den Fingern? – Dann zögere nicht, Dich bei uns zu melden!

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Herzlich, Ariane Wohner

29.06.2022

E-Mail: ariane@wohner-coaching.de – Telefon/WhatsApp: 0160 93855826

Und falls Du dem näher auf den Grund gehen willst: In unserem persönlichen Coachingprozess „Selbst-bestimmt statt fremdbestimmt“ gibt es mit „Meine Antriebe, Motive, Bedürfnisse und Gefühle“ ein eigenes Modul zu diesem Thema.

Feierabend – oder: Was habe ich heute eigentlich den ganzen Tag gemacht?

Es lässt sich nicht bestreiten: Unser Leben beschleunigt sich mit von Jahr zu Jahr mehr. Mag es früher vielleicht länger gedauert haben, beispielsweise einen Brief zu schreiben, war die Sache dann erst einmal erledigt und wir konnten uns auf andere Dinge konzentrieren – heute schreiben wir eine E-Mail, das geht zwar schneller, aber ebenso schnell bekommen wir eine Antwort und müssen gleich wieder reagieren (oder glauben das zumindest).

So verhält es sich mit vielen Dingen. Es ist, als würden wir versuchen, mit der technischen Beschleunigung Schritt zu halten, wir fühlen uns permanent unter Druck – und ganz egal, wie sehr wir uns auch beeilen, sind wir doch immer hinterher. Die E-Mails häufen sich im Postfach, die Unterlagen stapeln sich auf dem Schreibtisch, hier noch ein Mitarbeiter, der eine Frage hat und uns bei dem unterbricht, was wir eigentlich gerade erledigen wollten, da noch eine Whats­App-Nachricht von einem Freund, dem Partner oder der Partnerin, auf die augen­blicklich reagiert wird. Tatsächlich beginnt ein Tag heute schon mit dem Smartphone in der Hand. Der Wecker klingelt und wenn man ihn ausmacht, kann man ja gleich mal nach den neusten Nachrichten schauen oder die E-Mails abrufen, was nichts anderes bedeutet, als bereits fremd-bestimmt in den Tag zu starten.

Weil wir das Gefühl haben, immer und mit allem zu spät dran zu sein, gelingt es uns kaum noch, uns voll und ganz dem zu widmen, was wir gerade tun. In Gedanken sind wir schon bei der nächsten Sache oder gleich bei der ganzen Liste, die es heute noch abzuarbeiten gilt. Und im Hintergrund lauert zusätzlich das, was wir aufgrund der zahlreichen Aufgaben und Zwischentätigkeiten mittler­weile viel zu lange aufgeschoben haben. Die Folge davon: Dauer-Stress. Und, das kann man gar nicht oft genug betonen, ein Leben mit chronischem Stress wird langfristig in physischer wie psychischer Krankheit enden.

Zunächst einmal werden sämtliche Warnsignale von Körper und Psyche ignoriert. Weil wir das Gefühl haben, stets mit allem hinterher zu sein, unsere To-Do-Listen nur länger statt kürzer werden, versuchen wir häufig, mehrere Dinge auf einmal zu tun; wir bilden uns ein, dass wir dann mehr schaffen. Das Gegenteil ist der Fall, denn Multitasking führt nicht nur dazu, dass wir für die einzelnen Dinge, da wir ihnen ja weniger Aufmerksamkeit schenken, länger brauchen, sondern zudem dazu, dass wir uns gestresst, gehetzt, unter Druck gesetzt fühlen. Der Energielevel sinkt, wir sind immer häufiger müde oder unkonzentriert – und brauchen am Ende für alles noch länger, haben durch unser Multitasking (und Multithinking) also rein gar nichts gewonnen.

Sind wir ohnehin schon unkonzentriert und weniger produktiv, werden wir in diesem Zustand außerdem noch um ein Vielfaches anfälliger für Ablenkungen und Unterbrechungen, wodurch zusätzliche Zeit und Energie verloren geht. Weil wir immer weniger zustande bringen, gelingt es uns jedoch nicht, diesen Modus zu verlassen; wir arbeiten immer mehr – und schaffen noch weniger. Wir geraten in einen (Teufels-)Kreislauf, in ein Rad, das sich schneller und schneller dreht – bis zum Kollaps.

Zum Zeitpunkt des Feierabends weiß man bei so viel Fremdbestimmung schließlich nicht mehr, was man den ganzen Tag über eigentlich gemacht hat. Festzustellen ist nur eines: Da ist noch verdammt viel Arbeit zu erledigen…Weil das Multitasking-Programm des Tages nicht das gewünschte Ergebnis mit sich gebracht hat, passiert es dann (immer häufiger), dass man sich, nachdem man aus dem Büro heimgekommen ist, mit der Familie zu Abend gegessen und sich vielleicht kurz mit den Kindern beschäftigt hat, wieder an den Schreibtisch setzt und noch bis zweiundzwanzig, dreiundzwanzig Uhr weiterarbeitet. Das mag mit einem Tag begonnen haben, weil man irgendwann mal mit einer Arbeit nicht fertig geworden ist und hat sich dann nach und nach gesteigert: Heute sitzt man nun (beinahe) jeden Abend so da und glaubt, auf diesem Weg das am Tag „Versäumte“ nachholen zu können.

Dass mehr Arbeitsstunden automatisch mehr Output bedeuten, ist – wie das Multitasking – allerdings eine Illusion. Je länger wir ein solches Leben führen, desto mehr Energie kostet es uns nämlich, und am Ende schaffen wir in zwölf Stunden weniger als früher in acht. Nach und nach schwinden Energie und Konzentration, während gesundheitliche Probleme zunehmen. Wie sollte es auch anders sein, wenn man nach der Arbeit spät ins Bett geht, am nächsten Morgen aufsteht, frühstückt, im Büro weiterarbeitet, heim­kommt, zu Abend isst, weiterarbeitet, schläft, aufsteht, arbeitet, … Um es auf den Punkt zu bringen: Wenn die Natur sich so behandeln würde wie der Mensch, wäre sie schon längst komplett ab- und ausgestorben! 

Mit Sicherheit hattest Du schon oft Gedanken wie „Ich kann nicht mehr“, „Mir ist alles zu viel“ oder „Ich will einfach nur mal wieder meine Ruhe“ – dann siehst Du Deinen vollen Terminkalender oder den Stapel auf dem Schreibtisch und machst weiter wie bisher: Atemlos im Hamsterrad. 

Weil ein solches Leben ab einem bestimmten Zeitpunkt zur Normali­tät wird, ist es nicht von heute auf morgen möglich, etwas daran zu ändern, sondern nur in kleinen Schritten. Beginne zunächst damit, Dich im Alltag zu beobachten und Dir folgende Fragen zu stellen: 

Wie oft befinde ich mich im Multitasking (oder Multithinking)-Modus? 

Wie häufig fühle ich mich (im Beruf) unter Druck bzw. setze ich mich selbst unter Druck? Wie reagiere ich darauf? 

Wie leicht lasse ich mich von anderen unterbrechen? Und warum lasse ich diese Unterbrechungen zu?

Wie oft unterbreche ich mich selbst/lenke mich von dem ab, was ich gerade tue? Und warum mache ich das? 

 

Du hast eine konkrete Frage zu diesem Thema oder möchtest einfach etwas loswerden? – Dann zögere nicht, Dich bei uns zu melden!

Ich freue mich, von Dir zu lesen!

Herzlich, Ariane Wohner

15. Juli 2022

E-Mail: ariane@wohner-coaching.de – Telefon/WhatsApp: 0160 93855826

Und falls Du dem näher auf den Grund gehen willst: In unserem persönlichen Coachingprozess „Selbst-bestimmt statt fremdbestimmt“ spielt all das in mehreren Modulen, und speziell im „Selbst-bestimmten Zeitmanagement“ eine Rolle.

„Ich denke, ich fühle mich …“ – Gefühle und Gedanken im Widerstreit

Stelle Dir folgendes vor: Du schämst Dich für etwas und ärgerst Dich, dass Du Dich schämst, also schämst Du Dich, weil Du Dich ärgerst – und bist schließlich richtig wütend auf Dich selbst; hast vor lauter Wut am Ende aber ganz vergessen, warum Du Dich eigentlich geschämt hast. 

So oder so ähnlich geht es uns häufig. Gefühle können ganze Ketten anderer Gefühle nach sich ziehen. Doch oftmals beginnt das ganze Dilemma mit einem Gedanken. In diesem Fall wurde das Gefühl der Scham ausgelöst, weil wir unser Verhalten, etwas, das wir gesagt oder getan haben, als „nicht richtig“ eingestuft haben.

Überhaupt entstehen viele „Probleme“, die wir mit unseren Gefühlen haben, erst durch die Etiketten, die wir ihnen aufkleben: Gut oder schlecht. Obwohl vermeintlich negative Gefühle eigentlich Hinweisschilder dafür sind, dass uns etwas fehlt, ein wichtiges Bedürfnis gerade nicht erfüllt ist, uns also eigentlich nützen, behandeln wir sie wie Feinde und versuchen sie in die Flucht zu schlagen. Der Kopf sagt: Das ist schlecht, das ist unangenehm, das will ich nicht. Verdrängen wir bestimmte Gefühle lange genug, wird dieses Verhalten zur Gewohnheit und sobald nur das kleinste Signal auftaucht, schieben wir das Gefühl weg. Wir haben uns so konditioniert und in unserem Gehirn die entsprechenden Bahnen ausgebaut.

Mit unseren Gedanken haben wir allerdings auch so unsere Schwierigkeiten. Bloß, weil wir uns permanent geistig beschäftigen, sei es bei der Arbeit oder weil wir uns wieder einmal (sinnlos) den Kopf zerbrechen, heißt das keines­wegs, dass wir deshalb mit unseren Gedanken vertrauter wären. Im Gegenteil: Allzu oft haben wir sie nicht unter Kontrolle, sie laufen uns davon, quälen uns, weil sie sich nicht im Zaum halten lassen. Ständig denken wir Dinge, die wir eigentlich gar nicht denken wollen. Jeder äußere Reiz löst eine Interpretation aus und was wir wie stark, in welcher Form oder überhaupt wahrnehmen, hängt zu einem großen Teil von unserer Programmierung bzw. Konditionierung ab. Deshalb haben unsere Bewertungen, je nachdem, ob sie positiv oder negativ ausfallen, einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf unser Gesamt­befinden. Was wir denken, bestimmt ganz wesentlich, wie wir uns fühlen – psychisch und physisch.

Womit auch immer es beginnt, was immer zuerst da war, der Gedanke oder das Gefühl – reine Kopf- oder Gefühlsmenschen, als die wir uns so gerne einordnen, gibt es nicht. Beides gehört zusammen, beides verdient Beachtung. Gefühle und Gedanken hängen miteinander zusammen bzw. bedingen sich gegenseitig. Und die Frage „Was war eigentlich zuerst da – der Gedanke oder das Gefühl?“ lässt sich oft nicht beantworten. Häufig entsteht eine Kette aus Gedanken und Gefühlen:

Gefühl → Gedanke → Gefühl → Gedanke → …

Oder umgekehrt:

Gedanke → Gefühl → Gedanke → Gefühl → …

Weil uns die Sprache der Gedanken vertrauter ist als die unserer Gefühle – oder wir das zumindest glauben –, verwechseln wir Gedanken leicht mit Gefühlen. Aber oft ist das, worauf wir das Etikett „Gefühl so und so“ kleben, nur ein Pseudogefühl, sprich: ein Gedanke.  Wir sagen „Ich habe das Gefühl, dass …“ – und äußern im Anschluss einen Gedanken.

Dabei haben Gedanken und Gefühle sogar einen anderen Ursprungsort in unserem Gehirn: Gedanken entstehen im äußersten Teil, dem Großhirn, Gefühle im mittleren, dem limbischen System; darunter befindet sich noch das Stammhirn, Entstehungsort von Instinkten und Reflexen.

Obwohl Gefühle und Gedanken so eng zusammenhängen, versuchen wir dennoch die Sprache der Gefühle zu überhören und dem zu folgen, was uns der Verstand vorgibt.

Versuche Dich also selbst mal im Alltag zu beobachten:

Wie stark lasse ich mich im Alltag von meinen Gedanken leiten? Und wie stark von meinen Gefühlen?

Spüre vor allem, wenn Du bei einer Entscheidung einen Kampf zwischen Gedanken und (Bauch-)Gefühl bemerkst, (genauer) in Dich hinein, ehe Du automatisch Deinem Kopf folgst.

Wie oben erwähnt, hängen unsere Gefühle häufig von dem ab, was wir denken. Besonders oft passiert das, wenn wir etwas nicht loslassen, wenn wir, z.B. nach Feierabend nicht abschalten können, uns ein Konflikt oder etwas, auf das wir keinen Einfluss haben, stunden- bis tagelang im Kopf herumgeht. Frage Dich hierzu:

Wie gut kann ich abschalten und loslassen? Bzw. Wie stark tendiere ich dazu, über Vergangenes, das ich nicht mehr ändern kann, nachzudenken? Oder über Dinge, auf die ich keinen Einfluss habe?

Ein kleiner Tipp zum Schluss: Du kannst die Wahrnehmung Deiner Gefühle trainieren, indem Du jeden Abend, nachdem Du Dich ins Bett gelegt hast, ein paar Minuten auf dem Rücken liegen bleibst, tief ein- und ausatmest und in Dich und Deinen Körper hineinspürst.

Du hast eine konkrete Frage zu diesem Thema oder den Impuls, einfach etwas loszuwerden? – Dann zögere nicht, Dich bei uns zu melden!

Ich freue mich, von Dir zu lesen!

Herzlich, Ariane Wohner

29. Juli 2022

E-Mail: ariane@wohner-coaching.de – Telefon/WhatsApp: 0160 93855826

Und falls Du dem näher auf den Grund gehen willst: In unserem persönlichen Coachingprozess „Selbst-bestimmt statt fremdbestimmt“ widmen wir uns sowohl im Modul „Meine Antriebe, Motive, Bedürfnisse und Gefühle“ wie „Meine Beziehung zu mir selbst“ ausführlich diesem Thema.

Vom Sehen und Staunen (Wertschätzung I)

Aus der Erwachsenenperspektive erscheint es vielleicht völlig unrealistisch, aber wir wurden nicht mit Skepsis und Zurückhaltung, sondern mit Offenheit und einer wertschätzenden Haltung geboren. Ein Kind begegnet der Welt unvorein­genommen, ist neugierig auf alles, was da ist, steckt es nicht sofort in die Schubladen „Gut – Will ich haben“ und „Schlecht – Bitte nicht!“ 

Überlege Dir einmal, wann Du das letzte Mal richtig begeistert warst oder über etwas gestaunt hast. Falls Du ein „normaler“ Erwachsener bist, musst Du vermutlich recht lange überlegen. Denn eine solche Haltung haben wir verlernt. Sie wird uns mittlerweile sogar in immer jüngeren Jahren abtrainiert; selbst Kinder im Grundschulalter (oder noch früher) werden schon zu einem be­stimmten Verhalten und zu einer bestimmten Grundeinstellung getrimmt – sehr oft geht es dabei allein um Leistung. Die gesamte (Lebens-)Zeit muss irgendwie genutzt werden. Einfach mal nur zu sein, zu schauen, zu fühlen, ist da nicht (mehr) möglich. Alles, was wir sehen und erleben, wird sofort kategorisiert. Und während wir dabei das Schöne um uns kaum noch wahrnehmen, wittern wir überall Gefahren und Hindernisse, die uns aufhalten könnten. 

Das bedeutet jedoch nicht, dass Staunen und Neugierde verschwunden wären, sie sind nur verschüttet – und wenn sie in uns sind, heißt das auch, dass wir sie wieder freilegen können. Wir können uns entscheiden, wie wir unsere Linse einstellen, was wir scharf sehen wollen. Natürlich lässt sich das nicht von heute auf morgen ändern, schließlich haben wir ein Leben lang trainiert, nur die dunklen Flecken zu sehen. Nur das, was stört, schafft es noch durch den Filter. Das Schöne hingegen nehmen wir kaum noch wahr. Wir sind zu sehr in unserem Alltagsstress gefangen, hetzen von einem Termin zum nächsten und wenn wir zwischendurch überhaupt noch irgendwo hinschauen, dann bloß auf unser Smartphone. Die Welt und das Leben aber ziehen an uns vorbei. So gilt es in unserer hektischen Zeit, in der alles immer schneller und effizienter zu werden hat, mehr denn je, auf Pause zu drücken, das Rad anzuhalten und zu lernen, wieder hinzusehen, hinzuspüren. Dann werden wir erleben, dass diese kindliche Offenheit nie verloren, sondern tatsächlich nur verborgen war. 

Es ist eine verbrauchte Weisheit, dass es Glück nur gibt, weil auch das Gegenteil existiert, wir es sonst als solches gar nicht wahrnehmen könnten. Und dennoch muss in der heutigen Zeit (leider) daran erinnert werden, und zwar unter anderem gerade deshalb, weil uns pausenlos vorgaukelt wird, dass wir glücklich sein könnten, wenn wir dieses oder jenes kaufen oder tun. Uns wird vorgegaukelt, dass wir, geht es uns mal nicht gut, etwas falsch gemacht haben. Läuft etwas schief, sind wir gleich ein Versager, ein Schwächling, ein Geschei­terter. Das Glück lauert doch an jeder Ecke, wer es nicht zu ergreifen weiß, kriegt es einfach nicht auf die Reihe. Oder allgemeiner: Indem wir versuchen, das auszublenden, was uns zu viel oder zu schmerzhaft ist, verschließen wir zugleich die Augen vor all dem Schönen, das das Leben zu bieten hat. Da gilt ebenfalls eine alte Floskel: Licht gibt es nicht ohne Schatten. Nichtdestotrotz ist sie wahr. Wir können uns entschei­den, alles anzunehmen, was passiert – oder, wenn wir den Schatten nicht wollen, auch ohne das Licht zu leben.

Statt unsere Linse endlich wieder scharf zu stellen und ein Leben zu führen, das diesen Namen wirklich verdient, flüchten wir uns jedoch in die Konsum-Welt und die der sozialen Medien. Je leerer wir uns fühlen, desto mehr wird das Leben in diese Welt verlagert, in der es vor Masken und künstlichen Gefühlen nur so wimmelt. Wer da noch echte Gefühle offenbart, fällt auf – oder hat Angst aufzufallen. Ja, es erfordert richtig viel Mut, bei diesem (Gesellschafts-)Spiel nicht mehr mitzumachen, sondern wieder MENSCH zu sein, aber dieser Mut lohnt sich, und zwar jeden Tag in vielen kleinen Augenblicken. 

Wertschätzung beginnt mit Achtsamkeit. Wert­schätzung bedeutet, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen, nicht nur kurz hin- und dann gleich wieder wegzuschauen, sondern wahrzunehmen, zu betrachten, zuzuhören und vor allem zu fühlen. Insofern ist es auch eine Art Pause-Knopf in unserer beschleunigten Welt. 

Versuche ab heute mit offen(er)en Augen durch die Welt zu gehen und mit allen Sinnen wahrzunehmen, was Dich umgibt und was Du dabei spüren kannst.

Wenn Du bemerkst, dass Du in den Hetzmodus oder ein Gedankenkarussell gerätst, drücke auf Pause und begib Dich zurück in den gegenwärtigen Moment.

 

Du hast eine konkrete Frage zu diesem Thema oder Du möchtest vielleicht einfach von etwas berichten, das Dich begeistert hat? – Dann zögere nicht, Dich bei uns zu melden!

Ich freue mich, von Dir zu lesen! 

Herzlich, Ariane Wohner 

12.08.2022

E-Mail: ariane@wohner-coaching.de – Telefon/WhatsApp: 0160 93855826 

Und falls Du dem näher auf den Grund gehen willst: In unserem persönlichen Coachingprozess „Selbst-bestimmt statt fremdbestimmt“ widmen wir uns diesem Thema unter anderem im Modul „Wertschätzung und Dankbarkeit“.

Selbstwertschätzung und Selbstfürsorge (Wertschätzung 2)

Im letzten Blog ging es u.a. darum, der (Um-)Welt wieder mit einem offenen und wertschätzenden Blick zu begegnen. – Und das schließt uns selbst mit ein. Wertschätzung ist eine Grundhaltung. Auch Gedanken und Selbst-Gespräche haben einen großen Einfluss auf Dein Selbst­wertgefühl.

Obwohl wir unserem Gehirn und den Gedanken, die es produziert, einen so hohen Stellenwert beimessen, ist es in Wirklichkeit ziemlich dämlich, doch das können wir nutzen. Da unser Gehirn nämlich nicht zwischen der Wertschätzung durch andere und jener, die wir uns selbst geben, unter­scheiden kann, spielt es eine große Rolle, wie wir mit uns selbst umgehen, was wir denken und zu uns sagen. Und da wir in der Regel schnell damit sind, uns zu verurteilen, mit uns zu hadern, wenn wir bspw. nicht geschafft haben, was im Kalender steht, fallen diese Selbstgespräche normalerweise eher negativ aus. Die Dinge, die wir erreicht haben, über­sehen wir dagegen (zu) häufig, spielen sie herunter und machen damit uns selbst klein.

Es geht aber noch weiter: Selbstwertschätzung stellt die Basis für Wertschätzung da. Es ist wie mit der Empathie: Ohne Selbstempathie kann ich anderen Menschen gegenüber nicht empathisch sein. Ohne Selbstwertschätzung kann ich meinen Mitmenschen nicht wertschätzend begegnen.

Wenn Selbstwertschätzung indes die Basis ist, besteht eine Hürde wiederum darin, dass wir selbst dafür verantwortlich sind. Allzu leicht schieben wir die Schuld für unser Unglück oder die Pflicht, uns glücklich zu machen, auf andere ab. In Wirklichkeit beginnt Wert­schätzung immer bei mir selbst. Ich allein bin dafür verantwortlich, wie ich die Welt – und mich – wahrnehme, und niemand sonst.

Kann ich mich selbst nicht (wert-)schätzen, ist mein Selbstwert gering oder definiere ich mich nur über Leistung – wie soll ich dann einen anderen Menschen wertschätzen können und seinen Wert als Mensch jenseits aller Leistung erkennen? Ein niedriger Selbstwert zieht zudem wieder Außenorientierung nach sich. Fühle ich mich selbst klein und wertlos, brauche ich permanent die Anerkennung anderer. Gerade Menschen, die über wenig Selbstwert verfügen, versuchen dies vor aller Welt (und vielleicht auch vor sich selbst) zu verbergen, indem sie sich nach außen als möglichst selbstbewusst präsentieren und gleichzeitig die Fehler und Schwächen, die sie an sich selbst nicht akzeptieren können, bei den anderen suchen. Dieser vorgegaukelte Selbstwert hat mit Selbstwertschätzung allerdings nichts zu tun, sondern verstärkt nur den Kampf im Inneren. Denn all die unliebsamen Eigenschaften sind ja immer noch da und drängen, je mehr sie unterdrückt werden, desto stärker an die Oberfläche.

Genauso wie uns Neugierde und Offenheit erst abtrainiert werden, werden wir nicht mit einem geringen Selbstwertgefühl geboren; vielmehr schreiben uns diesen erst aufgrund erlebter Fehlschläge zu und weil uns vorgegaukelt wird, wir wären nur etwas wert, wenn wir dies und jenes zu leisten imstande sind. Selbstwertschätzung beginnt damit, mit Dir selbst verständnis­voll, mitfühlend und nachsichtig umzugehen; das Leben an dem auszurichten, was Du wirklich brauchst und nicht an dem, was Du tun bzw. leisten musst (oder glaubst zu müssen), um etwas – oder mehr – wert zu sein. Selbstwertschätzung bedeutet zuallererst, fürsorglich mit Dir selbst umzugehen.

Um zu reflektieren, wie Du Dich Dir selbst gegenüber verhältst, kann es helfen, die Blickrichtung zu verändern und aus der Außenperspektive darauf zu schauen, wie Du mit Dir selbst umgehst. Die meisten Freunde würden Dir vermutlich die Freundschaft kündigen, wenn Du sie so behandeln würdest, wie Du Dich selbst behandelst! Da wir die Freundschaft zu uns selbst nicht kündigen können, gezwungen sind, den Rest unseres Lebens mit uns zu verbringen, ist es umso bedeutender, diese Beziehung zu pflegen. Keine Beziehung hat mehr Offenheit, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Mitgefühl verdient als die zu sich selbst. Es ist die Beziehung, an der es zuallererst zu arbeiten gilt.

Zur Selbstwertschätzung gehört, sich nicht für die eigenen Fehler und Schwächen zu verurteilen. Niemand ist perfekt. Jede Schwäche birgt eine Entwicklungs­chance. Es gehört dazu, sich selbst zu verzeihen – alles andere kostet nur unnötig Energie! Wenn Du einmal am Boden bist, schlage nicht noch auf Dich ein, sondern mache Dir Mut. Und vor allem: Nimm Deine eigenen Bedürfnisse wahr. Handle nicht nach dem, was Du glaubst tun zu müssen, sondern nach dem, was Du wirklich brauchst. Wenn Du zum Beispiel erschöpft bist, gönne Dir die nötige Zeit und Ruhe zur Regeneration.

Durchleuchte Deinen Alltag sowie Dein Verhalten Dir selbst gegenüber und frage Dich:

Wie gehe ich mit mir selbst um? Wie fürsorglich verhalte ich mich mir selbst gegenüber?

Was möchte ich ab heute konkret tun, um fürsorglicher und wertschätzender mit mir umzugehen?

Du hast eine konkrete Frage zu diesem Thema oder Dir brennt etwas anderes in den Fingern? – Dann zögere nicht, Dich bei uns zu melden!

Ich freue mich, von Dir zu lesen!

Herzlich, Ariane Wohner

30. August 2022

E-Mail: ariane@wohner-coaching.de – Telefon/WhatsApp: 0160 93855826

Und falls Du dem näher auf den Grund gehen willst: In unserem persönlichen Coachingprozess „Selbst-bestimmt statt fremdbestimmt“ widmen wir uns dem Thema Selbstfürsorge ausführlich im Modul „Meine Beziehung zu mir selbst“.

Immer in (Lebens-)Gefahr – ein Leben unter Dauer-Stress

Wir halten uns heute gerne für unglaublich fortgeschritten – was haben wir nicht alles erreicht, wie weit sind wir nicht mit unseren technischen Errungenschaften gekommen! In Wirklichkeit allerdings sind wir unseren Vorfahren noch immer ähnlicher, als wir zu glauben bereit sind. Sich das einzugestehen, bedeutet nämlich u.a. der Tatsache ins Auge zu sehen, dass wir eben nicht alles unter Kontrolle haben. In einer Gefahrensituation reagieren wir genauso unmittelbar wie jemand, der einst einem Säbelzahntiger gegenüberstand: Der Fluchtimpuls wird aktiviert. Und das ist gut so; auch heute können wir uns von einem Moment auf den anderen in (Lebens-)Gefahr befinden. Wenn es brennt, wäre es wenig hilfreich, erst einmal lange zu überlegen und unsere Handlungsoptionen mit dem Verstand abzuwägen.

In einer Gefahren­situation sendet ein Teil unseres Gehirns, die Amygdala, entsprechende Warnsignale aus, welche uns zu blitzschnellen Kampf-oder-Flucht-Reaktionen verhelfen.  Das Problem ist, dass die Amygdala nicht zwischen echter und eingebildeter Gefahr unterscheiden kann. – Und in unserer Gegenwart sind die eingebildeten oder selbst erschaffenen Gefahren die weitaus häufigeren. Das gleiche passiert in einem Leben im Dauer-Stress. Stress wird von Körper bzw. Gehirn ebenfalls als Gefahr eingestuft. Der Körper befindet sich in Dauer-Alarm­bereitschaft, die roten Lämpchen blinken Tag und Nacht und der Körper verbraucht pausenlos Energie, lebens­notwendige Kraft und Ressourcen. Anders gesagt: Ein Großteil von uns lebt heute mit einem niemals stillstehenden Alarmsystem. Die Aufgaben und Termine sind immer zu viel, pausenlos will jemand etwas von uns, die Zeit reicht niemals aus. Wir haben das Gefühl, in einem Getriebe festzustecken, aus dem es kein Entrinnen gibt. 

Natürlich ist es nicht leicht, aus diesem Teufelskreis auszusteigen und es geht nicht von heute auf morgen. – Dennoch ist es, das muss man so drastisch sagen: LEBENS-notwendig. 

Ein erster Schritt kann darin bestehen, im Alltag bewusst kleine Ruheinseln zu installieren – und zwar gerade dann, wenn uns unser Kopf weismachen will, dass wir uns das nicht erlauben können. Meinen wir, keine Zeit zu haben, sollten wir uns erstrecht Zeit nehmen, Distanz gewinnen und etwas tun, das uns guttut, z.B. einfach mal einen Spaziergang machen, eine Sporteinheit einlegen oder uns etwas Leckeres kochen. Vor allem in Stresssituationen benötigen wir dringend Strategien, die uns helfen, überhaupt in der Spur zu bleiben. Das hat nichts mit Faulheit oder Luxus zu tun, ist im Gegenteil Voraus­setzung, um weiter handlungs-, leistungsfähig – und gesund – zu bleiben. Es bedeutet, für sich selbst zu sorgen. Und Selbst­fürsorge ist alles anderes als eine Schwäche, sondern eine besondere Stärke. Selbstfürsorge ist mutig, weil sie bedeutet, aus dem gesellschaftlichen Stress-Rad auszusteigen und den eigenen Alltag so zu gestalten, dass er an Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität ausgerichtet ist. 

Um aus dem Dauer-Stress und dem aufzehrenden Multitasking-Modus rauszukommen, ist außerdem eines besonders notwendig: Präsenz – auch geistige! – im gegenwärtigen Moment.

Ein wesentlicher Grundsatz für Dein Wohlbefinden könnte also lauten: Weniger Multitasking, mehr Achtsamkeit (dem Thema widmen wir uns in einem späteren Blog ausführlicher), im jeweiligen Moment körperlich und geistig anwesend sein, statt sich mit Vergangenem oder Zukünftigem, Anzustreb­endem oder dem, was alles noch erledigt werden muss, zu beschäf­tigen. 

Beginne damit, Dich einfach mal im Alltag zu beobachten:

Wie viele Deiner Tätigkeiten (Duschen, Essen etc.) erlebst Du bewusst, wann lebst Du wirklich im Augenblick und führst nicht bloß mechanisch irgendwelche Bewegungen aus?

Wenn Du Dich im Stress-Modus befindest, wie reagierst Du? Welche Gedanken, Gefühle und Handlungsimpulse tauchen auf? – Versuche auf Pause zu drücken und frage Dich, was Du stattdessen tun könntest, damit es Dir (wieder) gut geht.

Du hast eine konkrete Frage zu diesem oder einem anderen Thema? – Dann zögere nicht, Dich bei uns zu melden!

Ich freue mich, von Dir zu lesen!

Herzlich, Ariane Wohner

06. September 2022

E-Mail: ariane@wohner-coaching.de – Telefon/WhatsApp: 0160 93855826 

Und falls Du dem näher auf den Grund gehen willst: In unserem persönlichen Coachingprozess Selbst-bestimmt statt fremdbestimmt gibt es im Modul „Meine Beziehung zu mir selbst“ ein eigenes Kapitel zum Thema Stress.

Immer on(line) oder: Das Frühstück auf der Fensterbank 

Im letzten Blog wurden die Gefahren, die Dauer-Stress mit sich bringt, bereits betont. Dazu gehört auch das Weiter-Arbeiten und das Nicht-Abschalten-Können am Feierabend und Wochenende. Weil so vieles unerledigt geblieben ist und am nächsten Tag schon wieder viel zu viel im Kalender steht, ist es uns nicht (mehr) möglich, in der Freizeit im Kopf frei zu sein. Mag der Körper vielleicht auf dem Sofa liegen, der Kopf arbeitet unaufhörlich weiter – selbst noch im Schlaf. Jeder, der morgens wie gerädert aufwacht, weiß das. Wir können uns abends körperlich völlig erschlagen fühlen, der Geist gibt trotzdem keine Ruhe. 

Viele von uns beginnen den Tag mit dem Smartphone in der Hand, checken erst einmal WhatsApp-Nachrichten und E-Mails. In einem Business-Hotel ist es keine Seltenheit, jemanden anzutreffen, der auf dem Tisch vor sich einen Laptop stehen hat, daneben das Smartphone, während das Frühstücksgeschirr aufs Fensterbrett abgeschoben wurde, höchstens die Kaffeetasse schafft es vielleicht noch auf den Tisch. Man sitzt zwar noch nicht im Meeting, hat jedoch bereits vor der Arbeitszeit mit der Arbeit begonnen.

Ist die Mittagspause noch eine echte Mittagspause? Oder versuchen wir parallel ein bisschen Arbeit aufzuholen? – Um es kurz zu machen: Zu arbeiten und neben dem Laptop einen Teller mit einem belegten Brötchen stehen zu haben, das man hinunterschlingt, um möglichst schnell ungestört weiterarbeiten zu können, stellt alles andere als eine Erholung dar, erhöht vielmehr noch den Hetzmodus; und in diesem gehen wir durch den Nachmittag und in den Feierabend. 

Oftmals arbeiten wir dann am Abend nicht nur gedanklich und emotional weiter, sondern praktisch. Arbeit, die tagsüber nicht erledigt wurde, wird mit nach Hause genommen. Oder aber wir können, was das wirklich Tückische an der Sache ist, wenn wir praktisch nach Feierabend nicht mehr arbeiten, in dem Glauben sein, nun private Zeit zu verbringen, ob mit dem Partner, der Familie oder alleine; doch in Gedanken sind wir weiterhin im Büro, und zwar bis in die Nacht und noch in den Schlaf hinein. Wir kommen niemals zur Ruhe und reiben uns psychisch wie physisch auf. 

Zur Arbeitsbelastung kommt noch ein weiteres „Problem“: Die privaten Beziehungen. – Anstatt das Zusammensein mit Partner/in oder Freunden zu genießen, wird es zu einem zusätzlichen Stressfaktor. Schließlich muss das auch noch irgendwie untergebracht werden, obwohl die Zeit ja nicht einmal für die Arbeit reicht. Gut – nimmt man sich für diese Beziehungen – zumindest mit körperlicher Anwesen­heit – vielleicht noch Zeit, weil sich der Partner ab und zu mal beschwert und sein Recht auf gemeinsame Zeit einklagt, bleibt man selbst dabei auf der Strecke. Erst werden alle beruflichen Aufgaben und Verpflichtungen erledigt, dann die familiären und nur wenn danach noch Zeit übrigbleibt, geht man zum Beispiel joggen. Das eigene Ich ist an die letzte Stelle gerückt – dabei sollte es eigentlich an erster Stelle stehen. Selbstfürsorge ist die Basis für alles andere, für die Beziehungen, für den beruflichen Erfolg. Wenn wir langfristig gesund bleiben, echte Beziehungen führen und erfolgreich sein wollen, müssen wir uns zuallererst um unser eigenes Wohlergehen kümmern. Wir müssen uns ausreichend Zeit zur Regeneration nehmen – körperlich und geistig. 

Wie sieht Dein Alltag aus? – Stelle Dir dazu die folgenden Fragen:

Ist meine Mittagspause eine echte Mittagspause und mein Feierabend ein echter Feierabend?

Gelingt es mir, nach Feierabend abzuschalten oder hänge ich in meinen Gedanken weiterhin häufig im Beruflichen fest?

Wie gut gelingt es mir, tatsächlich präsent (und nicht nur körperlich anwesend) zu sein, wenn ich mit Partner/in oder Freunden zusammen bin?


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Ich freue mich, von Dir zu lesen!

Herzlich, Ariane Wohner

 21. September 2022

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Und falls Du dem näher auf den Grund gehen willst: In unserem persönlichen Coachingprozess „Selbst-bestimmt statt fremdbestimmt“ gibt es mit dem „Selbst-bestimmten Zeitmanagement“ sowie „Balance der Rollen in meinem Leben“ Module zu diesem Thema.

Mein Körper, die große Mülltonne im Stillstand

Wie Du mit Dir und Deinem Körper umgehst, entscheidet letztlich über alles andere. Hier pflasterst Du die Straße, auf der Du gehst, ob im beruflichen oder im privaten Bereich – und Du hast es selbst in der Hand, ob Du auf einer holprigen Straße läufst, auf der Du permanent stolperst und fällst, wenn Du Dir und deinem Körper nämlich nicht die nötige Aufmerksamkeit und Fürsorge entgegen­bringst. Oder ob es sich bei deiner Lebensstraße um eine handelt, auf der Du aufrecht, voller Energie und mit guten Gefühlen entlanggehst. Oder, um eine weitere Metapher heranzuziehen: Stell Dir Deinen Körper als eine Wohnung vor, in der Du leben musst. Was stopft Du in diese Wohnung hinein? Wie oft bringst Du sie in Ordnung? Die Frage, die Du Dir stellen solltest, lautet: Wie sieht mein Körper-Zuhause aus? Und vor allem: Wie soll mein Körper-Zuhause aussehen? 

Anders als bei einer Woh­nung ist bei unserem körperlichen Gehäuse das Wenigste sichtbar; und das bringt die Gefahr mit sich, nicht wahrzunehmen, wie es um den Zustand des eigenen Körpers bestellt ist. Obwohl wir die Beziehung zu uns selbst permanent pflegen sollten, machen wir das Gegenteil. Wir kümmern uns nur um unsere Aufgaben, Termine und Pflichten, und verlieren aus dem Blick, wie wir uns dabei aufreiben. Erschöpfung wird weggedrängt, weil es stets noch so viel zu erledigen gibt. Und dann ist es eben oft erst der „berühmte“ Burn-out oder eine andere Erkrankung, die uns aufhält. Früher oder später wird der Körper sich immer holen, was er braucht, auf die eine oder die andere Weise. 

Begleiterscheinungen unseres Lebens in der Leistungsgesellschaft sind ein Mangel an Bewegung und ungesunde Ernährung. Wenn sich Menschen immer weniger bewegen und immer ungesünder ernähren, ist es nur eine logische Folge, dass sie den Bezug zu ihrem Körper zusehends verlieren. Und umgekehrt verlieren sie diesen Bezug gerade, weil sie auf diese Weise mit ihm umgehen. Natürlich ist das nicht einfach – die Anforderungen des Alltags, das pausenlose Beansprucht- und Immer-zu-spät-dran-sein tun ein Übriges: Allein aus dem Gefühl des Zeitmangels haben wir uns abgewöhnt, Signale des Körpers wahrzunehmen und ent­sprechend zu reagieren. Achtsamkeit scheint ein Luxus zu sein, den man sich nicht leisten kann, wenn man ansatzweise mit dem fertig werden will, was man zu tun hat. 

Spätestens ab 60 gibt es Standardsprüche wie: „Für mein Alter geht es mir noch recht gut“, „Für mein Alter tut mir wenig weh“ oder „Ach, nur die alterstypischen Beschwerden“. Solche Überzeugungen sind nicht einfach nur traurig, sie sind eher ein Anlass für Entsetzen! – Jenseits des Entsetzens kann man neutraler formulieren: Was man unter einem hohen Alter versteht, ist Ansichtssache und hängt ganz entscheidend vom eigenen körperlichen Zustand ab, von unserem Umgang mit dem Körper (samt Geist) im Lauf des Lebens; und ob wir bei dem beliebten Gesellschaftsspiel „Spätestens ab 30 geht’s abwärts…“  mitmachen – oder uns selbstbestimmt für einen anderen Weg entscheiden. 

Leider kommt der eigene Körper bei einem Großteil der Menschen heutzutage in der Prioritätenliste ziemlich weit hinten. Die Arbeit nimmt zu viel Zeit in Anspruch, kostet zu viel Energie. Wie sich da zusätzlich um Ernährung und Bewegung kümmern? Wenn man noch relativ jung ist, macht man sich darüber wenig Gedanken, man unterschätzt die Folgen, die es einmal haben wird. Destruktive Gewohnheiten schleichen sich nach und nach ein, man merkt es kaum bis gar nicht. Genau das ist der Preis, der ab einem bestimmten Alter bezahlt wird. In der Regel schon vor der Rente, die geradezu herbeigesehnt wird, weil man einfach nicht mehr kann. Hier schlägt wieder der alte Glaubenssatz durch: Degene­­ration ist vorpro­grammiert. David Sinclair nennt das Altern sogar „die häufigste aller Krankheiten“ – allerdings vertritt er auch die Ansicht, dass wir, weil es sich um eine Krankheit handelt, etwas dagegen tun können; und es, biologisch gesehen, keine Altersgrenze für den Menschen gibt. Insofern ist das Alter nur eine Folge dessen, wie wir zuvor mit unserem Körper (und Geist) umgegangen sind. 

Beobachte Dich in der kommenden Woche einmal im Alltag: 

Wie sehen Deine Ernährungsgewohnheiten aus? Wie oft und was isst Du innerhalb eines Tages? 

Wie viel Zeit verbringst Du sitzend? Wie viel Bewegung hast Du? 

Wie viel Zeit zur Regeneration gönnst Du Deinem Körper und Geist?

 

Du hast eine konkrete Frage zu diesem Thema oder möchtest uns etwas anderes mitteilen? – Dann zögere nicht, Dich bei uns zu melden!


Ich freue mich, von Dir zu lesen!

Herzlich, Ariane Wohner

05. Oktober 2022

E-Mail: ariane@wohner-coaching.de – Telefon/WhatsApp: 0160 93855826 

Und falls Du dem näher auf den Grund gehen willst: In unserem persönlichen Coachingprozess „Selbst-bestimmt statt fremdbestimmt“ gibt es u. a. zu Ernährung und Bewegung ein Kapitel im Modul „Meine Beziehung zu mir selbst“.

Achtsamkeit: Raus aus dem Roboter-Modus

Wir haben den Eindruck, dass immer mehr Menschen nur noch wie batteriebetriebene Roboter durch die Gegend rennen; während sie dabei auf ihr Smartphone glotzen, nehmen sie ihre Umgebung nicht mehr wahr. Auch im Restaurant ist es keine Seltenheit, dass zwei Menschen, die sich gegenübersitzen, ihrem Smartphone wesentlich mehr Aufmerksamkeit schenken als demjenigen, mit dem sie eigentlich gerade gemeinsame Zeit verbringen. 

In diesem Blog möchten wir Dir ein paar einfache Übungen aufzeigen, mit denen Du den Roboter-Modus unterbrechen und wieder mit allen Sinnen wahrnehmen kannst – oder zumindest einmal eine Ahnung davon bekommen, was das überhaupt sein könnte, diese umfassende sinnliche Erfahrung. 

Häufig nehmen wir von unserer Umgebung nur sehr wenig wahr, sehen in gewisser Weise nur Umrisse, Formen. Wir schauen nicht richtig hin. Wenn das heutzutage immer schlimmer wird, hat das natürlich zum Teil damit zu tun, dass wir mit der Flut der Eindrücke sonst gar nicht klarkämen. Allerdings verwehren wir uns so zugleich das, was unseren Geist beruhigen und nähren könnte, wie die Schönheit und Ruhe in der Natur. – Wir müssen uns in der Welt der Dauerbeschallung bewusst entscheiden, auf Pause zu drücken; wir müssen Achtsamkeit erst (wieder) erlernen und einüben. 

Eine simple Übung, die Du im Alltag immer wieder praktizieren kannst, um Deine Achtsamkeit zu trainieren, besteht darin, wo Du auch gerade bist, Deine (vertraute) Umgebung bewusst wahr­zunehmen. Betrachte sie wie ein Tourist, der zum ersten Mal hier ist und sich alles neugierig ansieht, und zwar einer, der wirklich hinsieht, anstatt nur ein Foto für Instagram zu machen. Du kannst das z. B. ebenso auf dem Arbeitsweg machen: Wie gut gelingt es Dir, Deine Umgebung, die Natur, Geräusche und Gerüche wahrzunehmen? 

Neben dem Äußeren kannst Du Dich selbst genau beobachten und wahrnehmen: Was beschäftigt Dich in Gedanken? Wie fühlst Du Dich? Wie fühlt sich Dein Körper an welcher Stelle an? Was brauchst Du in eben diesem Moment? 

Ein guter Zeitpunkt, den Körper auf diese Weise zu scannen, sind die Momente vor dem Einschlafen oder nach dem Aufwachen. Wenn Du zu Bett gehst, bleibe ein paar Minuten auf dem Rücken liegen, atme tief ein und aus, spüre in Dich hinein, lass den Tag evtl. noch einmal Revue passieren. Schließe ihn wirklich ab. – Nichtabgeschlossenes erzeugt (unterschwellig) immer Stress. Und springe am Morgen nicht sofort aus dem Bett, weil die Pflicht ruft, sondern bleibe einen Moment liegen und spüre in Dich hinein: Wie fit und ausgeschlafen fühlst Du Dich? Wie fühlt sich Dein Körper an? (Falls Du Dich nicht sonderlich ausgeruht fühlst, versuche Dich zu erinnern, was vom Vortag der Grund dafür sein könnte.) 

Ein weiteres Trainingsfeld ist die „Wie geht’s dir“? – „Gut“-Floskel: Wirst Du das nächste Mal gefragt, wie es Dir geht, antworte nicht automatisch mit „Gut“ (oder „Schlecht“), sondern versuche wahrzu­nehmen, wie Du Dich tatsächlich gerade fühlst und dies zu benennen. Natürlich musst Du nicht jedem Wildfremden Dein Befinden auf die Nase binden – beantworte diese Frage vor allem für Dich selbst – wie oft machst Du, wenn Du ohne Zögern „Gut“ sagst, Dir und den Dir nahestehenden Menschen etwas vor? 

 

Du hast eine konkrete Frage zu diesem Thema oder Dir brennt etwas anderes in den Fingern? – Dann zögere nicht, Dich bei uns zu melden!

Ich freue mich, von Dir zu lesen! 

Herzlich, Ariane Wohner

19. Oktober 2022

E-Mail: ariane@wohner-coaching.de – Telefon/WhatsApp: 0160 93855826 

Und falls Du dem näher auf den Grund gehen willst: In unserem persönlichen Coachingprozess „Selbst-bestimmt statt fremdbestimmt gibt es im Modul „Meine Beziehung zu mir selbst“ auch ein Kapitel zur Achtsamkeit.

Geistige Regeneration 1: Das Smartphone 1

In den letzten Monaten meiner Doktorarbeit habe ich mich immer wieder gefragt, wie es mir danach wohl gehen wird. Ich hatte die Befürchtung, in ein Loch zu fallen, psychisch und körperlich oder beides. – So ist es nicht gekommen.

Die gut zwei Jahre, die ich insgesamt an meiner Dissertation geschrieben habe, waren, da ich ja parallel gearbeitet und letztlich eine 7-Tage-Woche hatte, insgesamt eine anstrengende und intensive Zeit. Und möglicherweise denkst Du Dir jetzt, was predigt diese Frau dann von den fatalen Auswirkungen, die zu viel Arbeit, Dauer-Stress oder permanenter Druck auf Gesundheit und Lebensqualität haben. Nun, vielleicht kann ich gerade darum davon sprechen (oder schreiben), weil ich diese Belastung sehr gut kenne, weil ich weiß, wie es sich anfühlt, das nicht mehr zu wollen, und wie es ist, ein neues Leben zu beginnen, z. B., wie ich das getan habe, von heute auf morgen von der 7- auf die 4-Tage-Woche umzusteigen. Abgesehen davon war das Verfassen dieser Arbeit auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt. Richtig schädlich werden Stress und Druck erst, wenn das der „Normal“-Zustand ist, wenn wir Tag für Tage, Woche um Woche, Jahr für Jahr so leben, es kein Entkommen zu geben scheint, weil das Pensum immer zu groß ist, wir bei noch so vielen Überstunden nicht hinterherkommen. Allerdings ist es damit noch lange nicht getan. Neben dem, was uns die Arbeit abverlangt, was wir, wenngleich uns das natürlich auch viel gibt, in unsere Beziehungen, in die Familie investieren müssen, sind wir mehr oder weniger nonstop einer Flut an Informationen und Eindrücken ausgesetzt. Wir sind 24/7 erreichbar und machen wir mal eine kurze Pause, ist der erste Griff meist der nach dem Smartphone. – Und damit ist die Pause bereits keine Pause mehr, nicht für unser Gehirn! 

Ich bin nach der Abgabe meiner Dissertation keineswegs in ein Loch gefallen. Ebenso wenig hatte ich das Bedürfnis pausenlos unterwegs zu sein, wie ich das nach so viel Zeit im Schreibtisch-Kerker vermutet hatte, sondern ich habe die Erfahrung gemacht, wie wichtig geistige Regeneration ist. Nachdem ich ordentlich gefeiert und mich davon wieder erholt hatte, hatte ich erst einmal gut zwei Wochen überhaupt kein Bedürfnis nach Input. Weder nach Kontakt und Gesprächen noch nach Filmen, Hörbüchern oder Lesen. Stattdessen habe ich viel gemalt, manchmal mit Musik, oft ohne. Offenbar hat mein Kopf nach so viel geistiger Anstrengung diese Pause gebraucht; und als er sich regeneriert bzw. geleert hatte, ist die Lust, etwas zu unternehmen, wieder unter Leute zu gehen oder einen Film anzuschauen von selbst wieder ge­kommen. Und nun versuche ich, eine gute Balance zwischen beidem hinzukriegen. Das passiert allerdings nicht, indem ich in meinen Kalender schaue und mir sage: Jetzt hast du zwei Tage was unternommen und gestern hast du mehrere hundert Seiten gelesen, da wird es mal wieder Zeit für Ruhe. Nein, es passiert, indem ich in mich hineinspüre und mich frage: „Wie fühle ich mich gerade?“ und „Was brauche ich in diesem Moment?“ 

Doch das ist ein anderes Thema, auf das ich in einem späteren Blog zurück­kommen werde. An dieser Stelle möchte ich Dich bitten, zunächst einmal Deine Smartphone-Gewohnheiten unter die Lupe zu nehmen. Natürlich ist der Umgang mit Smartphone, PC und sozialen Medien aller Art nur ein Teil dessen, was in unserem Kopf so viel Kapazität verbraucht, aber es ist ein nicht unerheblicher Teil; zudem einer, der sehr viel mit Fremdbestimmung zu tun hat. Und sie sorgen für Stress, den wir nicht wahrnehmen, der uns – jedenfalls im tatsächlichen Ausmaß – überhaupt nicht bewusst ist. 

Versuche Dich also in der nächsten Woche oder den nächsten Wochen einmal selbst zu beobachten: 

Wie viel Zeit verbringe ich pro Tag mit Social Media, Surfen im Internet, dem Tablet oder dem Smartphone? – Wie oft tue ich dies parallel zu anderen Tätigkeiten – und welche sind das? 

Wie oft nutze ich mein Smartphone vor dem Einschlafen noch im Bett? 

Wann und wo schaue ich nach dem Aufstehen zum ersten Mal auf mein Smartphone (und warum)? 

 

Du hast eine konkrete Frage zu diesem Thema oder möchtest mir vielleicht einen Gedanken mitteilen? – Dann zögere nicht, Dich bei mir zu melden!

Ich freue mich, von Dir zu lesen!

Herzlich, Ariane Wohner

11. November 2022

E-Mail: ariane@wohner-coaching.de – Telefon/WhatsApp: 0160 93855826

Und falls Du dem näher auf den Grund gehen willst: Im persönlichen Coachingprozess „Selbst-bestimmt statt fremdbestimmt gibt es ein eigenes Modul zum Thema „Geistige Regeneration“.

Geistige Regeneration 2: Das Smartphone 2

Im letzten Blog habe ich Dir die Aufgabe gestellt, einmal zu beobachten, wie viel Zeit Du mit Social Media und vor allem dem Smartphone verbringst: Wie oft hast Du Dich dabei ertappt, dass Du automatisch danach gegriffen hast? Gehst Du morgens direkt online – und bleibst es mehr oder weniger, bis Du die Augen zumachst? 

Dann wird es Zeit, etwas daran zu ändern. Wie gesagt, bemerken wir nicht, wie viel Kapazität unseres Gehirns das Smartphone verbraucht. Oder anders: Es fällt uns erst auf, wenn wir an diesen Gewohnheiten etwas ändern – oder dies versuchen. Gerade, weil wir heutzutage in Realtime und aus der ganzen Welt quasi vom Aufstehen bis zum Schlafengehen mit Informationen bombardiert werden, die unsere Aufmerksamkeit fordern, obwohl sie für uns fast immer ohne Bedeutung sind (!), ist es umso wichtiger, uns selbst zu schützen, buchstäblich abzuschirmen und die medialen wie alle anderen Ablenkungs­gefahren auf ein Minimum zu reduzieren. Wir bzw. unser Gehirn kann all diese Informationen nicht verarbeiten. Noch ehe die eine Sache überhaupt bei uns angekommen ist, verlangt schon die nächste beachtet zu werden. Das führt am Ende dazu, dass unser Gehirn immer überreizt ist. Hinzu kommen dann noch „Störfaktoren“ aus der analogen Welt… 

Aus diesem Grund möchte ich Dich einladen, Dich ein paar Challenges zu stellen und zu beobachten, was das mit Dir macht: 

1) Versuche Dein Smartphone – es sei denn du erwartest einen wirklich dringenden Anruf – eine Woche lang aus Deiner Reichweite zu verbannen. Wir unterschätzen das, doch die bloße Anwesenheit des Smartphones im gleichen Zimmer verringert die Konzentration. Am besten Du legst es in einen anderen Raum (oder im Flugzeug-Modus/lautlos) an einen Platz, den Du nicht siehst und nicht erreichen kannst, ohne dafür aufzustehen. Beobachte, was das mit Dir macht. Wie fühlt es sich an? Wirst Du z. B. nervös oder unruhig? Mach Dir dazu Notizen. 

2) Da wir einen gesunden Schlaf gerade für unsere geistige Regeneration brauchen, hat es einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden, unsere Energie, unsere Gesundheit, womit wir unser Gehirn abends beschäftigen. Deshalb habe ich mein Smartphone so eingestellt, dass es von 21:00 bis 6:00 Uhr ins Schwarz-Weiß wechselt, und sollte ich nicht wirklich noch auf eine wichtige (!) Nachricht warten, die nicht bis zum nächsten Tag Zeit hat, gehe ich normaler­weise gegen 20:00 Uhr in den Flugzeug-Modus. Und lautlos ist es im Grunde seit ich ein Smartphone besitze, weil ich sehr schnell gemerkt habe, wie sehr es mich ablenkt, wenn da immer wieder etwas piept und Aufmerksamkeit fordert. – Versuche es ab heute doch auch mal mit dieser „geistigen Nachtruhe“ und beobachte, inwiefern sich Deine Schlafqualität dadurch verändert. 

3) Falls Du festgestellt hast, dass Du direkt nach dem Aufwachen – und vielleicht sogar bereits im Bett – auf Dein Smartphone schaust, frühstücke erst bzw. mache erst das, womit du deinen Tag (auch noch) beginnst, und schaue erst danach, z. B. bevor Du mit Deiner Arbeit beginnst, kurz darauf. Beobachte auch hier, wie es Dir damit geht. 

4) Solltest Du bemerkt haben, dass Du und Dein Partner/Deine Partnerin (oder Deine Familie – und vor allem Deine Kinder!) beim gemeinsamen Essen parallel mit Euren Smartphones beschäftigt seid, rufe für eine Woche die Challenge aus, darauf zu verzichten. Und beobachte, was sich dadurch ändert. Wie wirkt sich das auf die Qualität der Gespräche (und des Essens) aus?

Du hast eine konkrete Frage zu diesem Thema oder möchtest mich wissen lassen, wie es Dir mit den Challenges ergangen ist? – Dann zögere nicht, Dich bei mir zu melden!

Ich freue mich, von Dir zu lesen! 

Herzlich, Ariane Wohner

22. November 2022

E-Mail: ariane@wohner-coaching.deTelefon/WhatsApp: 0160 93855826

Und falls Du dem näher auf den Grund gehen willst: Im persönlichen Coachingprozess „Selbst-bestimmt statt fremdbestimmt gibt es ein eigenes Modul zum Thema „Geistige Regeneration“.

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